Artikel "Müllhalden-Kinder" im Neuen Anzeiger erschienen

Im Neuen Anzeiger ist am 23.11.2018 ein Artikel zum Projekt "Müllhalden-Kinder" erschienen. Du kannst ihn hier lesen oder als PDF herunterladen.

Erler Hilfe für "Müllhalden-Kinder"

Erlen/Honduras. Das Erler Kinderhilfswerk Casa Girasol feiert im November das einjährige Jubiläum seines jüngsten Projekts «Müllhalden-Kinder». Regelmässig besucht das Team die Menschen, die in den Abfallbergen der honduranischen Hauptstadt Tegucigalpa ums Überleben kämpfen und leistet praktische Hilfe. 



Es ist unvorstellbar: Hunderte Menschen leben und arbeiten auf der städtischen Mülldeponie. Kinder, Erwachsene, Senioren und Menschen mit Behinderung suchen in den Abfällen von über einer Million Menschen nach Essbarem und Dingen, die sie den Recycling-Händlern verkaufen können. Alles, was ein paar Rappen bringt, wird von blosser Hand herausgesucht. Im Abfall zu leben ist nicht nur erniedrigend, sondern auch gefährlich. Verwesende Stoffe, Gase und Krankheitserreger gefährden die Gesundheit. Und auch die Ratten und Aasgeier sorgen für ein Umfeld, das ekliger nicht sein könnte. Die gemeinnützige Organisation Casa Girasol hat sich zum Ziel gesetzt, den Menschen dort praktisch zu helfen und Alternativen aufzuzeigen, damit sie ihr Leben nachhaltig verbessern können – auch dank der Unterstützung durch Personen aus dem Aachtal oder durch die Evangelische Kirchgemeinde Erlen, die den Erlös ihrer diesjährigen Adventssammlung diesem Projekt zukommen lässt.

Harte Arbeit, kaum Geld 
«Die Menschen erzählen uns, dass man an einem guten Tag bis zu acht Franken mit dem Heraussuchen von Altpapier, PET-Flaschen und Aludosen verdienen könne», berichtet Alexander Blum, der das Engagement von Casa Girasol in Honduras leitet. Das sei ein Drittel davon, was ein Hilfsarbeiter oder ein Erntemitarbeiter auf dem Land verdiene und viel zu wenig, um ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Doch den Kindern und Erwachsenen bleibt oft keine Alternative. Sie müssen diese demütigende Arbeit verrichten, um zu überleben. Das hat verheerende Folgen: Wenn die Eltern die Kinder und Jugendlichen mit auf die Halde nehmen, statt sie zur Schule zu schicken, dann rauben sie ihnen nicht nur ihre Kindheit, sondern bringen einen Teufelskreis ins Laufen. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die Kinder, gerade wegen ihrer fehlenden Schulbildung, selbst ein Leben lang auf der Deponie arbeiten müssen. Casa Girasol versucht mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. «Es steht ausser Frage, dass es Familien gibt, die ohne die Mitarbeit der Kinder verhungern würden, aber für manche Kinder bestehen sehr wohl Alternativen und diese muss man aufzeigen», ist Blum überzeugt. Letztlich müsse man auch Themen wie Familienplanung oder Hygiene mit den Menschen diskutieren.

Bewegende Momente
In den ersten zwölf Monaten des Projekts hat sich viel getan: Beinahe wöchentlich werden 200 bis 300 gesunde Mahlzeiten an die Menschen auf der Müllhalde verteilt. Oft hat das Team auch weitere praktische Hilfsmittel im Gepäck und beschenkt in erster Linie die Kinder mit Hygiene-Kits, Handschuhen oder Gummistiefeln. Dadurch soll die Gefahr für die Gesundheit verringert werden. «Die Besuche auf der Deponie sind immer sehr eindrücklich: «Wenn wir zum Beispiel Schuhe verteilen können, dann sind die Kinder völlig aus dem Häuschen. Sie freuen sich von Herzen über das Geschenk und sind unendlich dankbar. Für ein Kind, das den ganzen Tag nur Abfall um sich hat, ist es etwas ganz Besonders, ein neues, verpacktes und extra für es ausgesuchtes Paar Schuhe zu bekommen», sagt Blum. «Die leuchtenden Kinderaugen zu sehen, ist wohl unsere grösste Motivation.»

2019 mehr Hilfe geplant
Casa Girasol will auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen und Nächstenliebe praktizieren. Die Probleme der Menschen auf den Müllhalden sind sehr vielfältig und die Gründe, warum sie dort leben, sind unterschiedlich. «Es gibt keine Standardlösung», erläutert Blum, «vielmehr geht es darum, dass wir als Team zusammensitzen und diskutieren, wie wir einzelnen Personen, allen voran den Kindern, gezielt helfen können.» Gerne würde das Hilfswerk die Deponie häufiger besuchen oder einen Arzt engagieren, der die Einsätze begleitet, um die wichtigsten Wunden und Krankheiten zu behandeln, doch letztlich entscheidet der Spendenstand, welche Aktionen durchgeführt werden können. Doch Blum blickt zuversichtlich in die Zukunft: «Wir freuen uns über eine zunehmende Unterstützung für dieses Projekt und gehen davon aus, dass wir 2019 die Hilfe ausbauen können.» (pd)

Spenden
Spenden für das Projekt «Müllhalden-Kinder» nimmt das Hilfswerk Casa Girasol mit dem entsprechenden Vermerk gerne entgegen unter: Postkonto 85-462791-4, Förderverein Casa Girasol, Traubenquartier 2, 8586 Erlen, IBAN CH24 0900 0000 8546 2791 4, BIC POFICHBEXXX, BLZ 9000. Weitere Informationen und Möglichkeiten zum Spenden unter www.casagirasol.ch. (pd

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