Erlebnisbericht von Julia zum Viva! Camp im November 2018 - Campwoche mit Strassenkindern


Julia war vom 4.11.2018 bis 20.11.2018 in Honduras und hat als Volontärin beim Viva! Camp teilgenommen. In ihrem persönlichen Erlebnisbericht schildert sie, was sie alles erlebt hat:

Viva! Camp, Casa Girasol, Honduras, 04.11. – 20.11.2018

Die Reise nach Honduras ist an sich schon ein Abenteuer, da es keine direkten Flugverbindungen gibt und man auf dem Weg entweder in Atlanta oder in Panama übernachten muss. Doch das konnte unser 8-köpfiges Team (2 Personen, die schon länger dabei waren und 6 Personen, die für das Viva! Camp eingeflogen sind) nicht abschrecken. Gut in Honduras angekommen, wurden wir von Alexander abgeholt und es ging auf der Ladefläche des Pickups ins abseits des Zentrums gelegene Casa Girasol. Bei dem Verkehr in Honduras kann einem schon mulmig werden…aber das ist erst der Anfang, in Honduras gibt es noch so einige Abenteuer zu bestehen!

Das Casa Girasol liegt ca. 1/2h vom Flughafen Tegucigalpa entfernt in der Natur, mit wunderschöner Aussicht, vielen Pflanzen und ist mit allem ausgestattet, was Kinderherzen höherschlagen lässt: Swimming Pool, Hängematten, Tischtennisplatte, Feuerstelle, Schlafbusse für das Camp etc. Wir durften das Casa Girasol für die nächsten 16 Tage unser Zuhause nennen und freuten uns über heißes Wasser in der Dusche und einen gefüllten Kühlschrank (v.a. mit vielen Bananen, Eiern und Mangomarmelade).

Als erstes unternahmen wir einen Ausflug nach Valle de Angeles, wo es ein leckeres, honduranisches Mittagessen mit anschließendem Stadtbummel gab. In den ersten Tagen im Casa Girasol starteten wir außerdem mit den Vorbereitungen für das Viva! Camp und machten zwischendurch einen Einsatz auf der Müllhalde, bei dem wir Essen an diejenigen verteilten, die auf der Müllhalde arbeiten oder sogar leben. Das Einleben im Casa Girasol verlief sehr unkompliziert und die Vorbereitungen für das Camp liefen auf Hochtouren. Unser Team hatte viele kreative Ideen, wie wir den Kindern eine ausgefüllte und möglichst actionreiche Zeit ermöglichen könnten. Wir erfuhren kurz vor Beginn des Camps, dass nicht wie geplant Kinder aus einem armen Dorf (Quebrada Honda) zum Camp kommen würden, sondern Kinder und Jugendliche von einer Einrichtung namens „CREA“. In Honduras gehören Planänderungen dazu und muss man immer schön flexibel bleiben, das lernten wir schnell. CREA nimmt Kinder und Jugendliche auf, die Lösungsmittel konsumieren und entweder von ihren Familien verstoßen und auf der Straße leben oder direkt zu CREA geschickt werden. Die Einrichtung kümmert sich darum, dass die Kinder und Jugendlichen von Drogen frei werden, eine neue Perspektive bekommen und eine schulische Ausbildung machen können.

Mit einem Trommelkonzert, das wir vorher spontan geübt hatten, hießen wir die 18 Jungen von CREA schließlich willkommen. Unser gesamtes Team bestand insgesamt aus 4 Freiwilligen aus Deutschland, 3 Freiwilligen aus der Schweiz, 3 honduranischen Mitarbeitern vom Casa Girasol (Neil, Ronal, Danilo) sowie der Köchin Dona Susana (die uns mit leckerem, typisch honduranischem Essen verwöhnt hat) sowie Alexander, der das Camp aus dem Backoffice leitete und Fernando, der sich beim Lobpreis mit den Kindern engagierte. Das Camp stand unter dem Motto „Campamento Bartimeo“ / „Camp Bartimäus“ – Jesus schenkt Licht. Für die Jungen war das Programm eine willkommene Abwechslung zu ihrem Alltag. Wir konnten wirklich sehen, dass sie sich freuten beim Camp dabei zu sein, bei jedem Programmpunkt engagiert dabei waren und mitmachten. Sie waren wirklich dankbar dafür, dass wir uns für sie Zeit nahmen. Es ist für einen selbst wirklich ein Segen zu sehen, dass die Arbeit, die man in die Vorbereitung des Camps investiert hat, sich wirklich lohnt und dass es den Kindern und Jugendlichen einfach eine schöne Zeit schenkt, in der sie einfach angenommen sind und erfahren können, dass es jemanden gibt, der sich um sie kümmert. Wir haben mit ihnen viel gespielt, gelacht, gegessen, gebacken, Bibelgeschichten gehört und eine Schatzsuche mit Bibelquiz im Gelände veranstaltet, gebastelt, T-Shirts bemalt, einen Film geschaut, am Lagerfeuer Marshmallows gegrillt und uns Witze erzählen lassen, die von uns Freiwilligen zwar keiner verstanden hat – aber schön war´s! 😊 Das Highlight der Jungs war immer die „piscina“, der Swimming Pool. Wann immer sich Zeit bot, sind die Jungen in den Pool gesprungen und haben sich eine Abkühlung gegönnt. Am letzten Tag gab es eine kleine Talentshow, in der die Jungen ihre musikalischen und akrobatischen Fähigkeiten unter Beweis stellen konnten. Zum krönenden Abschluss haben die honduranischen Mitarbeiter Neil und Ronal noch eine Akrobatik-Vorführung erster Klasse präsentiert. Nachdem wir so viel mit den Jungen erlebt haben und sie uns ans Herz gewachsen waren, fiel der Abschied sehr schwer und es flossen viele Tränen. Aber wir haben sie Gottes Hand anbefohlen und für jedes einzelne Kind gebetet und da wir wissen, dass Gott stets mit ihnen geht und sich um sie kümmern wird, konnten wir die Jungen mit Zuversicht gehen lassen. Wir hoffen, dass wir den Jungen durch das Camp Gottes Licht und Liebe ein Stückweit näherbringen konnten und dass die Zeit einen bleibenden Einfluss in ihrem Leben hinterlassen wird. Wir wurden durch ihre Freude jedenfalls reicht beschenkt und konnten erfahren, wie die gesamte Camp-Zeit unter Gottes Segen und Bewahrung stand. Ihm die Ehre für diese wundervolle Zeit!





Im Anschluss an das Viva! Camp war ein 4-tägiger Aufenthalt auf der Karibikinsel Utila geplant. Wir freuten uns auf 4 Tage Sonne, Strand und Meer. In La Ceiba angekommen, von wo aus die Fähre abfährt, erwartete uns allerdings für diese Jahreszeit ungewöhnlicher, karibischer Regen. Die Straßen waren überflutet, von Sonne keine Spur, unsere Fähre fuhr nicht – auch am darauf folgenden Tag nicht. Somit fiel unser Aufenthalt in Utila buchstäblich ins Wasser. Wir ließen uns dadurch jedoch nicht unterkriegen – schließlich haben wir von den Honduranern gelernt, flexibel zu bleiben und aus jeder Situation das beste zu machen. So fuhr ein Teil der Gruppe nach Tegucigalpa zurück (wo gutes Wetter vorhergesagt war) und machte einen Ausflug zum Strand nach Amapala, in den Süden des Landes, wo tatsächlich Badewetter herrschte, während der andere Teil der Gruppe in Copán Maya-Ruinen, einen Vogelpark mit Papageien besichtigte und auf einer Zipline über die Bäume schweben konnte. Trotz Planänderung konnten wir die Tage mit viel Erholung füllen und hatten eine sehr erlebnisreiche und gesegnete Zeit.

Demzufolge fiel die Abreise von Tegucigalpa sehr schwer. Ein großes DANKESCHÖN an das ganze Team und an Gott, der mir überhaupt den Mut geschenkt hat, mich für den Einsatz anzumelden. Für alle da draußen, die mit dem Gedanken spielen sich anzumelden, kann ich nur raten: Macht es. Kommt nach Honduras und macht bei einem Einsatz mit – ihr werdet selbst gesegnet werden. Bei uns war es so, dass sich das Team wirklich gut ergänzt hat – jeder hatte seine Fähigkeiten, die er/sie eingebracht hat und zusammen konnten wir den Kindern ein buntes und abwechslungsreiches Programm bieten. Ihr werdet eine super Zeit haben! Allein, dass ihr da seid und mit den Kindern spielt, kann schon einen Unterschied machen. Einer der Jungen meinte, er hätte niemals gedacht, dass er von sich mal sagen könnte, dass er mit einem Deutschen Fußball gespielt hat. Es müssen also nicht immer die großen Dinge sein. Aber kommt und seht selbst! 😊

Für uns steht jedenfalls fest: Cheque, nos vemos! Honduras, wir kommen wieder!

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